Neue Begegnungszone

Veröffentlicht am 09. Juni 2018 von Roman
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Im Grunde mag ich ja das Konzept der Begegnungszonen. Straßenzüge, die so umgestaltet werden, dass sie von allen Verkehrsteilnehmern gleichrangig benutzt werden können und sollen. Also eine alternative zur Spielstraße, wo Autos ja nur zu- oder abfahren, aber nicht durchfahren dürfen. Und dies alles nur in Schrittgeschwindigkeit. Bei einer Begegnungszone verschmilzt praktisch der Gehsteig mit der Fahrbahn, ein paar Parkplätze sind markiert und auch Fahrradständer sind meist in ausreichender Anzahl verfügbar. Durch die Pflasterung sieht so eine Straße auch gleich noch viel netter aus.

Dummerweise nur sind halt die Benutzer (alles voran die Autos aber auch die Radfahrer) nicht wirklich bereit sich auf diese neue Begegnung einzustellen und brausen immer noch viel zu schnell und selbstbewusst durch solche Zonen. Dabei wäre es meiner Meinung nach sehr einfach, den Fußgängern eben vor allen anderen bedingungslos den Vorrang zuzusprechen. Danach den unmotorisierten Fortbewegungsmitteln und am Ende den Autos. Das würde viel (wie auch die Geschwindigkeit) von selbst regeln. Und eine Zufahrt bzw. sogar Durchfahrt wäre immer noch möglich (wie beispielswiese zu Parkgaragen oder -Plätzen) - der einzige Grund, warum es aus Autosicht überhaupt Begegnungszonen und keine Fußgängerzonen sind.

Tja - da hat sich halt wohl wieder die Autolobby durchgesetzt. Dass die Grünen in der Stadt (immerhin besetzen sie den Verkehrsstadtrat) aber zwar das Konzept der Begegnungszonen als auch die Verbesserung von Radwegen forcieren ist löblich, dass man dann aber eine neue Begegnungszone erschafft ohne einen einzigen Baum vorzusehen ist mehr als bedenklich. Was ist bitte los mit der Grünen Stadtpolitik?

Die Lange Gasse beheimatet Samstag vormittags übrigens schon seit einiger Zeit einen kleinen (BoBo-)Markt. Vieles Bio und wohl eine Art Nahversorgung für die vielen Grünwähler hier im Umkreis. Man munkelt ja sogar, dass sich das die Partei für sich selbst irgendwie gemacht hat. Mir ist das zwar egal, denn die Tatsache, dass es in der Umgebung doch so etwas ähnliches wie einen Markt gibt, ist schon etwas sehr feines. Bisserl mehr grün wäre halt auch gut gewesen.


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