Autostudie mit Haut und Haaren

Veröffentlicht am 13. Juli 2008 von Roman
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BMW hat einen mutigen Schritt in die Zukunft des Automobils gemacht. Alles wurde hinterfragt - aber der Anspruch der Nutzer auf ein ästhetisches Äußeres mit eindeutiger Markenzuordnung wurde als Basis dieser Entwicklung genommen. Ein Auto, dessen Multifunktionsrahmen mit einer fugenlosen Textilhülle überzogen wird soll dabei neben Designgründen vor allem der dramatischen Gewichtsreduktion dienen. Neue hochtechnologische Innovationen im Bereich Textil sollen dies möglich machen.

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Die Verwendung einer flexiblen Außenhaut stellt eine bahnbrechende Innovation auf dem Gebiet des Automobilbaus dar. Diese Lösung eröffnet revolutionär neue Möglichkeiten sowohl für die Gestaltung als auch für die Bereiche Produktion und Funktionalität. Ebenso umfassend wird auch die Interaktion des Fahrers mit seinem Automobil um vollkommen neue Facetten bereichert. Einzelne Elemente der Unterstruktur sind beweglich angeordnet. Sie verändern, elektrisch und elektrohydraulisch gesteuert, ihre Position, um situationsgemäß und dem Wunsch des Fahrers entsprechend der Außenhaut zu einer neuen Form zu verhelfen und dabei Art und Umfang der Funktionalität des Fahrzeugs zu erweitern. Prägnantestes Beispiel dafür ist die Ausgestaltung der Scheinwerfer. Sie sind in Normalstellung - das heißt, solange keine Notwendigkeit zur Ausleuchtung der Fahrbahn besteht - unsichtbar unter der Spezialgewebehülle verborgen. Schaltet der Fahrer die Beleuchtung ein, verändert sich die Kontur der Frontpartie: Rechts und links neben der BMW Niere öffnet sich die zuvor geschlossene Hülle, ausgelöst durch eine Bewegung der darunter liegenden Metallstruktur, und die BMW Doppelscheinwerfer werden sichtbar.

Weitere Möglichkeiten, Form und Funktion parallel zueinander der jeweiligen Fahrsituation anzupassen, finden sich am Heck sowie an den Seitenschwellern des GINA Light Visionsmodells. In beiden Fällen folgt die Formgebung der Außenhaut dem Wunsch des Fahrers nach einer besonders dynamischen Fortbewegung. In diesem Konzept ist auch eine mögliche Wechselwirkung mit aerodynamischen Notwendigkeiten berücksichtigt. Die Gestaltung des Heckelements schließt die Möglichkeit ein, den Heckspoiler des Fahrzeugs beim Erreichen eines definierten Tempos automatisch anzuheben. Auf diese Weise würde bei höheren Geschwindigkeiten zusätzlicher Abtrieb an der Hinterachse erzeugt. Da die gesamte Heckpartie einschließlich des Spoilers mit einer einzigen, bis in den hinteren Bereich des Innenraums hineinreichenden Gewebefläche bespannt ist, bliebe die homogene Form des Hecks bei jeder Stellung des Spoilers erhalten. Die der Bewegung zugrunde liegende Mechanik bleibt unsichtbar.

Die Funktion der Seitenblinker und der Rückleuchten ist dagegen auch ohne Formveränderung der Karosseriehülle gewährleistet. Ihre Position wird erst bei Aktivierung erkennbar. Das von ihnen erzeugte Licht dringt dann durch die transluzente, also lichtdurchlässige aber dennoch nicht transparente Folie nach außen.


Ähnlich eindrucksvoll zeigt das GINA Light Visionsmodell seine formale Variabilität im Bereich der Seitenschweller. Auch dort lässt sich die Luftführung bei Bedarf optimieren. Eine entsprechende Bewegung der Metallstruktur führt dabei zu einer Anpassung der Kontur der Seitenschweller, mit der die Luftströmung begünstigt wird. Dabei tritt gleichzeitig eine zusätzliche, nach außen gerichtete Schwellerlinie zum Vorschein. Die aerodynamische Anpassung und die Länge dieser Linie können stufenlos an die jeweilige Fahrsituation angepasst werden. Ein Spezialgewebe gewährleistet dabei exakt reproduzierbare Faltenwürfe.

Mit dem GINA Light Visionsmodell ermöglicht das BMW Group Design nun erstmals einen Blick auf den Ursprung dieses Lösungsweges. Nicht alle Innovationen, die im GINA Light Visionsmodell dargestellt sind, werden auch die weiteren Schritte der Konkretisierung nehmen. In vollem Umfang zeigt der Blick auf diese Visionen jedoch, welche kreativen Möglichkeiten die BMW Group einsetzt, um sich den Herausforderungen bei der Gestaltung der Mobilität von morgen zu stellen. Man darf also überaus gespannt auf diese interessanten Entwicklungen sein.

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